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CITRIC ACID
(Zitronensäure)

Wirkstoffbeschreibung

Zitronensäure war wohl schon arabischen Alchimisten im 9. Jahrhundert bekannt. Ihren Namen verdankt sie der Zitrusfrucht, aus der sie erstmals isoliert wurde. Die Isolation reiner Zitronensäure gelang dem deutsch-schwedischen Apotheker und Chemiker Carl Wilhelm Scheele im Jahr 1784.

Der Sohn eines Stralsunder Brauers und Kornhändlers schaffte es als Nichtakademiker - durch das Selbststudium sämtlicher verfügbarer Fachbücher sowie durch eigene Forschungen in den Labors verschiedener Apotheken - bis zur Aufnahme in die schwedische Königliche Akademie der Wissenschaften. Im Laufe seiner Forschungsarbeiten entdeckte er unter anderem die Elemente Sauerstoff und Stickstoff, neben der Zitronensäure auch Weinsäure, Milchsäure und Harnsäure sowie die Herstellung verschiedener chemischer Verbindungen.

Die Zitronensäure selbst nimmt eine zentrale Stellung im Stoffwechsel aller sauerstoffatmenden Lebewesen, einschließlich Bakterien, Pflanzen oder dem Menschen ein. Als Zwischenprodukt im Citratzyklus ist sie entscheidend an der Energiegewinnung jeder Zelle sowie am Aufbau wichtiger körpereigener Stoffe, beispielsweise der Aminosäuren, beteiligt.

Die Herstellung von Zitronensäure aus Zitrusfrüchten ist sehr aufwändig und teuer. Heute gewinnt man sie biotechnologisch durch Fermentation (Gärung). 

Sie wird unter anderem als Kalklöser verwendet und ist in vielen Lebensmitteln als Säureregulator E 330 enthalten. Dadurch dass sie mit Metallionen Komplexe bildet, schützt sie Geschmack, Farbe und Aroma von Lebensmitteln.

Bei der Herstellung von Kosmetika dient eine geringe Menge an Zitronensäure in erster Linie als Puffer, also zur der Einstellung des optimalen pH-Werts eines Pflegeprodukts. Eine gesunde Hautbarriere besitzt einen niedrigeren pH-Wert als Wasser (Wasser = pH-Wert 7, Haut = pH-Wert ca. 4,5 bis 5,8). Dieser leicht saure pH-Wert schützt die Haut vor schädlichen Keimen und begünstigt die Aktivität von Enzymen, die für Aufbau, Stabilität und Regeneration der wichtigen Barriereschicht benötigt werden. Eine leicht saure Haut ist weicher, frischer und geschmeidiger; sie funktioniert besser, verliert weniger Feuchtigkeit und bildet weniger Falten.

Zusätzlich verringert Zitronensäure den Eigengeruch bestimmter Zutaten. Als Chelatbildner bindet sie im Produkt vorhandene oder von außen eingetragene, reaktive Metallionen und erhält so die Qualität und Stabilität kosmetischer Produkte aufrecht. Als Fruchtsäure (AHA) kann Zitronensäure bei höherer Dosierung außerdem Schüppchen lösen und einen Beitrag zur Erneuerung, Straffung und Glättung der Haut leisten.